Arbeitsfähigkeit und Produktivität

Jedes Unternehmen, jede Organisation, jede Institution baut auf die Arbeitsfähigkeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Denn erfahrungsgemäß stehen Produktivität und Wirtschaftlichkeit immer im direkten Zusammenhang mit der Güte der Arbeitsfähigkeit aller Arbeitenden. Dies ist auch wissenschaftlich nachgewiesen.

Definitionen zur Arbeitsfähigkeit

eine ältere Verkäuferin und ein älterer Verkäufer vor einem Obststand in einem Supermarkt

Arbeitsfähigkeit ist die Fähigkeit eines Menschen, eine bestimmte Arbeit zu einem bestimmten Zeitpunkt zu bewältigen. Etwas umfassender kann man sie wie folgt definieren: Arbeitsfähigkeit ist die Balance zwischen dem, was Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dauerhaft (!) leisten können und wollen, und dem, was das Unternehmen an Rahmendbedingungen bietet. Genau genommen geht es dabei um das Zusammenspiel zwischen den individuellen Ressourcen eines Menschen und den Anforderungen im Rahmen seiner Arbeit. Dieses Zusammenspiel ist nicht nur für die momentane Arbeitsfähigkeit bedeutsam, sondern liefert auch Hinweise darauf, wie sich die Arbeitsfähigkeit in Zukunft entwickeln wird. Arbeitsfähigkeit im Berufsleben bestimmt auch die Lebensqualität im höheren Alter, zum Beispiel in der Pension. Menschen, die noch mit 50 Jahren eine gute Arbeitsbewältigung aufweisen, leben länger, bei besserer Qualität und mit einem höheren Maß an Selbständigkeit noch in sehr hohem Alter.

Arbeitsfähigkeit hängt von vielen Faktoren ab, die sowohl von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eingebracht werden - zum Beispiel durch positive Lebensgewohnheiten, Gesundheit, Kompetenzen, hohe Motivation - als auch vom Unternehmen. Unternehmen definieren die Arbeitsanforderungen, die durch Arbeitsumfeld, Arbeitsinhalte, Arbeitsorganisation sowie Führungsverhalten beeinflusst werden. Hier kommt der Arbeitgeberin bzw. dem Arbeitgeber - insbesondere bei der Schaffung von optimalen, gesundheitsfördernden Arbeitsbedingungen - eine zentrale Rolle zu.

Arbeitsfähigkeit ist so gesehen nur durch die geteilte Verantwortung zwischen Mitarbeiterinnen/Mitarbeitern und dem Unternehmen/der Organisation zu erreichen.

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Arbeitsfähigkeit und wirtschaftliche Leistung

Arbeitsfähigkeit bildet die Grundlage für das Wohlbefinden von einzelnen Personen; sie ist aber auch eine wesentliche Grundlage für die Produktivität eines Unternehmens. Sehr gute Arbeitsfähigkeit geht Hand in Hand mit hoher Qualität und Quantität von Arbeit. Kurzum, die Arbeitsfähigkeit zu fördern, ist sowohl persönlich als auch wirtschaftlich sinnvoll.

Die Arbeitsfähigkeit von einzelnen Personen wächst dann, wenn die bzw. der Arbeitende sowohl gefordert als auch gefördert wird. Arbeitsfähigkeit ist daher auch ein lebendiger Prozess, ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess - für einzelne Personen und für das Unternehmen.

Die Arbeitsfähigkeit im Unternehmen wird langfristig erhalten und verbessert:

  • durch Sensiblisierung von Mitarbeiterinnen, Mitarbeitern und Führungskräften durch eine Analyse mit dem waiplus™
  • und durch die Umsetzung von entsprechenden Maßnahmen zur Erhaltung und Förderung von Ressourcen.
Mann und Frau in weißem Kittel bei der Arbeit in einem Labor
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Erfolgsmodell: Haus der Arbeitsfähigkeit

Haus der Arbeitsfähigkeit mit vier Stockwerken

Nachhaltige, hohe Arbeitsfähigkeit wird im Haus der Arbeitsfähigkeit durch ein stabiles Dach dargestellt.

Die vier Ebenen darunter verkörpern die eingesetzten Ressourcen. Gesundheit, Kompetenzen, Einstellungen und Motivation werden von den Arbeitenden selbst eingebracht (die ersten drei Ebenen des Hauses). Beeinflusst und unterstützt werden diese Ressourcen durch die Arbeitsbedingungen, Führung, Zusammenarbeit, Handlungsspielraum sowie physische und psychische Belastungen (oberste Ebene).

Die Treppen zwischen den Ebenen des Hauses der Arbeitsfähigkeit deuten darauf hin, dass jede Ebene Einfluss auf die jeweils anderen drei Ebenen haben kann. So kann ein Gesundheitsangebot für Mitarbeitende, das von der Unternehmensleitung (also von der 4. bzw. obersten Ebene) ermöglicht wird, die Ressource Gesundheit der Mitarbeitenden (unterste Ebene) stärken. Umgekehrt können zum Beispiel Kompetenzen von Mitarbeitenden (also von der 2. Ebene) die Arbeitsorganisation (also die 4. Ebene) verbessern und auf diese Weise die Arbeitsfähigkeit (das ganze Haus) stärken.

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Bei den Wiener Netzen haben wir uns in den letzten Jahren auf Arbeitsfähigkeitsmanagement konzentriert. Arbeitsfähigkeitsmanagement beinhaltet den klassischen ArbeitnehmerInnenschutz, aber auch betriebliche Gesundheitsförderung und die produktive Eingliederung gesundheitlich eingeschränkter MitarbeiterInnen. Im Haus der Arbeitsfähigkeit, auf dem der waiplus™ ja aufbaut, ist der vierte Stock von besonderer Bedeutung. Wir haben nach der ersten Arbeitsfähigkeitsbefragung unter anderem stark auf das Empowerment der Führungskräfte gebaut. Sie sind die Personen, die MitarbeiterInnen Feedback zu ihrer Arbeit geben und ihre Kompetenzen fördern. Wiener Netze hat auf Basis der Ergebnisse von mehreren Arbeitsfähigkeitsbefragungen Rahmenbedingungen aufgebaut, mittels derer MitarbeiterInnen noch mehr ihre persönlichen Fähigkeiten einsetzen und im Krankheitsfall nach Möglichkeit erfolgreich weiterarbeiten können. Stolz sind wir auch auf die vielen Maßnahmen zur Gesundheitsförderung.

​Alexander Kronabeter ist Betriebsrat in den Wiener Netzen und hat gemeinsam mit der Personalabteilung im Unternehmen fit2work umgesetzt.

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Arbeitsfähigkeit erhalten - mit dem waiplus™

waiplus™  steht für work ability index plus. Die Befragung mit dem waiplus™ gibt der Unternehmerin oder dem Unternehmen ein profundes Bild über die Arbeitsfähigkeit der Belegschaft und liefert darüber hinaus Hinweise darauf, wie sich Arbeitsfähigkeit entwickeln wird. Auf Basis der waiplus™-Befragungsergebnisse können dann passende Maßnahmen zur Förderung, Stabilisierung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit entwickelt werden.

Der waiplus™ hat seine Wurzeln im klassischen gesundheitlichen Work Ability Index aus Finnland, der Aussagen darüber macht, ob die gesundheitliche Situation ein gutes und langfristiges Arbeiten zulässt. Der finnische Work Ability Index wurde dann von Kloimüller, Czeskleba und weiteren Expertinnen und Experten in Österreich im Auftrag von AUVA und PVA zum Arbeitsbewältigungs-Index Plus™ weiterentwickelt. Der waiplus™ ist eine Weiterentwicklung des Arbeitsbewältigungs-Index Plus™ durch die Arbeitsfähigkeiterhalten KG. Der waiplus™ zeigt auf, welchen Einfluss subjektives Wohlbefinden, Kompetenzen, Motivation und Einstellung, Führung, Zusammenarbeit, Handlungsspielraum, physische und psychische Belastungen auf die Arbeitsfähigkeit im Unternehmen haben. Zudem werden Muskel- und Skelettbeschwerden sowie Ermüdungs- und Stressprofile erfasst.

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zwei Stahlarbeiter mit Helmen und Schutzkleidung vor Brennofen